Herzogl. Mecklenburgischer Kammerjunker, Erbherr auf Zierow
Geboren wurde er auf dem väterlichen Hause Zierow am 1.September 1629als Sohn des Paschen v. Negendanck auf Zierow, Wieschendorf undGroß-Kranckow und der Elsche v.Reventlou a.d.H. Reet z und Ziesendorf.Er wuchs nebst vier Brüdern und und fünf Schwestern auf, die sich allein d änische, schwedische, mecklenburgische oder holsteinische Dienstebegaben bzw. nach dort heir ateten. Von Jugend an zum Gebet und zurGotterkenntnis aufgezogen, gaben ihn die Eltern, al s er etwas ältergeworden war, als Edelknaben zur Hzgn. Maria Elisabeth vonSchleswig-Holstei n-Gottorf, bei der er rund acht Jahre als Kammerpagediente. Danach begab er sich nach Dänema rk, wo er bei Prinz ChristianV. von Dänemark und Norwegen als Hofjunker tätig war. Dieser st arbjedoch bald und "aldieweil er zu Besehung frembder Völcker Sprachen,Sitten und Gebräuch e [eine be]sondere Lust und Begierde getragen",reiste er zuerst in die Niederlande, begab si ch auf die UniversitätLeiden und übte sich in Studien und ritterlichen Spielen ebenso wie in der französischen Sprache "damit er grossen Herren und Fürsten zudienen tüchtig erkant wer den möchte".
Im Haag nahm er die Statthalter-Regierung in Augenschein,durchstreifte ganz Holland, dann Br aband und Flandern, speziellBrüssel und Antwerpen. In Amsterdam, wohin er nun zurückreiste , hieltsich zeitgleich mit ihm Herzog Gustav Adolph von Mecklenburg-Güstrowauf, so daß er d essen Bekanntschaft suchte. In der Tat nahm ihn derHzg. als Kammerjunker an und so reiste e r ab sofort als Begleiter desjungen Fürsten durch Deutschland. Er sah nun Köln, Mainz und Straßburg und anschließend wieder Frankreich, wo er die französischeSprache fertig erlernte. H ier beobachtete er neben den Besonderheitender Sitten und Gebräuche auch den Zustand der Reg imenter. Der Hzg.reiste mit ihm später nach Mecklenburg zurück und er blieb noch siebenJahr e lang Kammerjunker in Güstrow.
Als sein Vater gestorben war, losten die Brüder um den väterlichenBesitz und ihm fiel Ziero w zu. Daher erbat er erfolgreich seinenAbschied und widmete sich fortan der Administration s eines Gutes,obwohl er selbst gern noch weiter am Hof geblieben wäre. MitEinverständnis sein er Verwandten heiratete er bald und führte am27.Januar 1658 Anna Catharina v.Podewils vor de n Traualtar. Sie wardie Tochter des Kgl. Dänisch-Norwegischen Rats und HofmarschallsDionisu s v.Podewils und derzeit als Kammerjungfrau bei derregierenden Hzgn. Magdalena Sybilla von M ecklenburg-Güstrow,geborenen Prinzessin von Schleswig-Holstein-Gottorf, tätig.
Acht Söhne und vier Töchter erblickten aus dieser Ehe die Welt, wovonder älteste Sohn Pasche n später Zierow übernahm. Der fünfte SohnGregor Philipp befand sich 1692 auf Peregrination i n Italien, dersechste Sohn Joachim Detloff hatte acht Jahre dem Hzg. Gustav Adolphvon Meckl enburg-Güstrow gedient, war dann aber noch jung verstorben.Der siebente Sohn war 1692 ebenfa lls auf Peregrination, jedoch inBrabant.
Doch zurück zu seinem Vater. Von Jugend auf von starker Natur, bekamer in den letzten Jahre n vor allem in jedem Herbst großeBrustschmerzen, ein Jahr vor seinem Ende empfand er auch ei ne großeMattigkeit in den Beinen. Er verstarb schließlich am 9.September 1692um halb 10 Uh r wenige Tage nach seinem 63.Geburtstag auf Zierow. Am7.Dezember wurde er in der Kirche zu P roseken beigesetzt.
Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.nege 8